Sensible Mund- und Zungenschleimhaut
Anatomie
Die gesamte Mundhöhle ist mit Schleimhaut aus mehrschichtigem unverhornten Plattenepithel ausgekleidet. Sie wird durch den Nervus buccalis (Verästelung des Trigeminus) sensibel innerviert.
Die Schleimhaut der Zunge hat Tast- und Geschmackspapillen. Ihre sensorische Innervation geschieht in den vorderen zwei Dritteln durch den Nervus lingualis, im hinteren Drittel durch den Nervus glossopharyngeus (Daher Einfluss auf den Vagus). Der Facialisnerv ist an der Weiterleitung der Geschmackseindrücke beteiligt.
Auch auf der Zunge findet man Reflexzonen für innere Organe.
Grafik: Andreas Rösti
Gehirn
Relais:
Grosshirnrinde (-/+) prämotorisches sensibles Rindenfeld, caudal li & re
Psyche
Biologisches Thema:
- Mundkontakt, soziale Mundfunktion
- sozialer Geschmackssinn, Freude oder Ekel an Geschmackserlebnissen
- Äusserungen, Selbstausdruck, Küssen, Saugen, Mundberührung.
Gefühle, Gedanken:
Angst oder Ärger, sich auszusprechen:
- Ich will auch was sagen!
- Lass mich ausreden!
- Muss ich jetzt sprechen?
Mundberührung, Geschmack: - Ich mag das nicht!
- Das ist eklig!
- Ich möchte mehr davon!
- Ich vermisse seinen Kuss.
META-Bedeutung:
- Jetzt kann und darf ich zeigen, was ich brauche und was ich nicht will.
- Ich mache mir jetzt das Leben süß und bin dankbar für den Genuss!
Organ
Sensibilität nach IH/Magenschleimhaut-Muster mit Hyperästhesie in der Stressphase.
Der Geschmackssinn ist an den Geruchssinn gekoppelt, speziell beim Erkennen und Vorstellung von komplexen Geschmackseindrücken.
Stressphase:
Hyperästhesie und schmerzhafter Gewebsabbau (Ulcera), Aphten (Stomatitis aphthosa), Wundheit; Zunge: evtl Risse, erhöhte Geschmacksempfindlichkeit. Geschmäcke können im UDIN-Moment als Stresstrigger konditioniert werden.
Regenerationsphase:
Herabgesetzte Sensibilität, Schleimhautschwellung (dadurch zeitweilig herabgesetzter Geschmackssinn), Wundheilung, Bläschenbildung (Aphten). Ggf Beteiligung von Viren: “Himbeerzunge” bei Masern, Gewebszuwachs (Zungenwarzen/HPV); Mund- oder Zungenkarzinom sowie Leukoplakie (Keratinveränderung) kommen vor allem bei chronischen Prozessen vor.
Biologischer Sinn:
Eröffnung und Erweiterung des Gewebes in der Stressphase und Empfindlichkeit machen proaktiver/aggressiver, den Mundkonflikt zu lösen.
Sozial
Beispiele:
- Die Klientin bekommt, nachdem sie sich am Telefon mit ihrer Mutter ausgesprochen hat, Bläschen an der Innenseite der Unterlippe.
- Eine Frau, deren Freund häufig oralen Geschlechtsverkehr wünscht, womit sie nicht ganz glücklich ist, bekommt Zungenwarzen (Rezidiv).
- Ein schüchterner Junge hat sich im Kindergarten eingelebt und hat ein Lied gelernt, das er mit Begeisterung singt. Am nächsten Tag bekommt er Hautausschlag (Scharlach) und eine rote Zunge.
Zusätzliche Information
Es gibt verschiedene Typen oralen Krebses, aber 90% werden als Plattenepithelkarzinom (ektodermal) diagnostiziert.
Konstellationen:
Geschmackskonstellation: Erhöhte Schmeck- und gustatorische Vorstellungsfähigkeit, gustatorische Halluzinationen
Differentialdiagnose:
Mund- und Zungenschleimhaut (endodermal) (SH +/-) Stress (Assimilierung, Analyse): gesteigerte Sensorik und Speichelsekretion, schmerzloses Adenomwachstum, was bei Durchbruch der ektodermalen Schleimhaut an den Rändern schmerzen kann; Regenerationsphase: Gewebsabbau mit Pilzen, Mundfäule (Soor, Stomatitis candidomycetica)
Speicheldrüsen – Ausführungsgänge (GHR -/+) Stress (Assimilierung oder Spucken verhindert): vermehrte Sekretion durch Weitung der Gänge, später Ulzeration; Regenerationsphase: schmerzhafte Schwellung, Stenose, Mumps, Zysten- oder Tumorbildung
Lymphatisches Gewebe in Mandeln, Unterzungenmandeln (GHML -/+) Stress (Selbstdefinition, Wahl): geschwächte Entgiftungs- und Immunreaktion; Regenerationsphase: Schwellung, verstärkte Immunreaktion; Chronisch: autoimmune Reaktionen möglich