Augen – Augenmuskeln
Anatomie
Man unterscheidet die äusseren und die inneren Augenmuskeln (die inneren Muskeln sind im Kapitel “Iris & Ziliarkörper” beschrieben).
Die äusseren Augenmuskeln sind quergestreifte Skelettmuskeln und bewegen die Augäpfel.
Es gibt pro Auge 4 gerade und 2 schräge Augenmuskeln. Sie alle entspringen bis auf den unteren schrägen Augenmuskel, der seinen Ursprung vorne an der medialen Augenhöhlenwand hat, am gemeinsamen Sehnenring in der Spitze der Augenhöhle an. Ihre Ansätze sind an unterschiedlichen Stellen im vorderen Bereich der Sklera des Augapfels.
Die Augenmuskeln und ihre Faszien kontrollieren die Augenbewegungen parallel oder gegengleich. Ihre Kontraktion kann die Form des Augapfels verändern, was zu Kurzsichtigkeit oder Schielen führen kann. Die Augenmuskeln reagieren am schnellsten von allen Skelettmuskeln.
Die Augenmuskeln werden durch 3 Hirnnerven inerviert:
- Der N. Oculomotorius (Hirnnerv III) steuert vier von sechs äußeren Augenmuskeln und den Lidheber
- Der N. Trochlearis (Augenrollnerv, Hirnnerv IV) steuert den schrägen oberen Augenmuskel
- Der N. Abducens (Augenabziehnerv, Hirnnerv VI) innerviert den lateralen Augenmuskel.
Hirnnervenursprung, Sicht von unten
Grafiken: Patrick J. Lynch
Gehirn
Relais:
1. Großhirnrinde (-|+) motorisches Rindenfeld lateral beidseitig für Innervierung
2. Großhirnmark (-|+) frontal für Muskeltrophik
3. Mittelhirn (+/-) dorso-zentral für Muskelfaszien und Ausrichtung
vgl Stammhirn
Psyche
Biologisches Thema:
1. (GHR): Visuellem Stress nicht ausweichen können
2. (GHML): Sehleistung, visuelle Überlastung und Selbstentwertung
3. (MH): Visuellem Stress standhalten
Gefühle, Gedanken:
Druck, Frustration, Widerstand
- Ich kann/darf dort nicht hinsehen!
- Warum kann ich das nicht sehen?
- Ich muss das erkennen!
- Ich muss den Ausweg finden!
- Ich kann/darf nicht wegschauen.
META-Bedeutung:
- Ich sehe das Leben mit Schönheit und Leichtigkeit.
- Ich nutze alle Sinne für mein vollständiges Bild.
- In der Ruhe liegt die Kraft.
Organ
Stressphase:
1. (GHR): Signalreduktion des betroffenen Hirnnerven und Lähmung (Parese, Paralyse) einzelner konfliktbeteiligter Augenmuskeln.
2. (GHML): Nach einem visuellen Selbstwerttrauma kann Schwächung und Zellverlust (Dystrophie, Nekrose) in einzelnen Muskeln beobachtet werden. Dies schließt sich oft an Thema 1 oder 3 an. Bei Unbalancen kommt es zum Schielen (Strabismus)
3. (MH): Spannung und Starren der Augenmuskeln durch das Faszienmuster (+/-) führen zu Ermüdung, Formveränderung der Augäpfel und begünstigen dadurch Kurz- oder Weitsichtigkeit. Diese entsprechen den Bewältigungsstrategien “Fokussieren und das Weitere ausblenden” oder “Dinge auf Abstand halten”.
Diese Formen der Fehlsichtigkeit können mit Augentrainings- und -entspannungsübungen behandelt werden.
Regenerationsphase:
1. (GHR): Wiederkehr der Signalübermittlung, Fluktuation
2., 3. Entspannung der Augenmuskeln, verbesserte Trophik und Muskelaufbau. Durch GHML- Prozesse einzelner Muskeln kann Ungleichgewicht und Schielen (Strabismus, Astigmatismus) bis hin zur Abschaltung des “nicht-dominanten” Muskels entstehen.
Heilkrise
Krampf oder Muskeltic. Die Richtung des Tics zeigt die Richtung des “visuellen Fluchtwegs” im Konflikt an.
Biologischer Sinn:
1. Kurzzeitige Lähmung im “Totstellreflex” ist alternative Überlebensstrategie
3. Die Spannung in der Stressphase soll aufs Ziel fokussieren.
Sozial
Beispiele:
- Der Klient überarbeitet sich und überanstrengt seine Augen durch Computerarbeit, da er sich mit der Arbeit identifiziert. Seine Kurzsichtigkeit verstärkt sich.
- Die Mutter von 4 Kindern kann sie nicht alle im Auge behalten, sie wird weitsichtig.
- Ein Baby wird bei der Geburt von der Mutter getrennt und kann sie sowie das Zwillingsschwesterchen nicht mehr sehen. Ihre linken Augenmuskeln sind seither zum Teil gelähmt. (Klapp)
Zusätzliche Information
Obwohl willkürlich kontrolliert, geschehen die meisten Augenbewegungen ohne bewusste Mühe. Hirnnerven Nr III, IV, und VI mit ihren Fasern aus Stammhirn, Großhirnmark und -rinde sind bei der Innervation der äusseren Augenmuskeln beteiligt: daher gibt es emotionale Assoziationen mit verschiedenen Themen des Sehens (Überleben, Selbstwert, sozial).
Der Vestibulo-Okulare Reflex stabilisiert Bilder auf der Netzhaut, indem er Augenbewegungen im entgegengesetzten Sinn zur Kopfbewegung produziert, und damit das Bild im Zentrum des Gesichtsfelds hält. Dieser Reflex wird durch Signale des Vestibularapparates im Innenohr gesteuert.
Konstellationen:
Megalomanie (Muskeln beider Augen bzw Hemisphären betroffen): übersteigerter Seh-Selbstwert, oft kombiniert mit Visionen (GHR-Konstellation des Sehnervs)
Differentialdiagnose:
Netzhaut – Retina (GHR -/+) Stress (Verfolgungsangst): Tunnelsehen, Gesichtsausfall (Skotom), grüner Star; Regenerationsphase: temporäre partielle Netzhautablöung, Normalisierung; chronisch Kurz- oder Weitsichtigkeit, evtl Makuladegeneration
Augenlinse (GHR -/+) Stress (Lebenssinnverlust): verminderte Trophik, Verdünnung der Linse; Regenerationsphase: Wiederaufbau, evtl Linsentrübung (Katarakt); chronisch: Elastizitätsminderung der Linse, Akkomodationsprobleme (Presbyopie), Astigmatismus oder Myopie (Kurzsichtigkeit).
Hornhaut – Cornea (GHR -/+): wird im Stress (visuelle Trennung) dünner und in Regeneration repariert, dadurch Vernarbung und Verformung. Doppelbilder, Myopie und/oder Schielen sind die Folge.
Bei der Nierensammelrohr-Konstellation (SH +/-) wird oft ein Auswärtsschielen beider Augen (Strabismus divergens) beobachtet, welches den Sinn der Rundumschau ohne Bewegung hat (“Abwarten der Veränderung”).