Augenlid Muskeln
Anatomie
Die Augenlider sind dünne Hautfalten, die das Auge bedecken und schützen. Diese Funktion wird durch eine Reihe Wimpern verstärkt. Der Tarsus ist eine Knorpelplatte innerhalb beider Augenlider.
Das Augenlid wird von 2 Muskeltypen bedient:
- der Levator palpebrae (Lidheber, innerviert durch N. Oculomotorius) und der Orbicularis oculi (Augenringmuskel, Lidschluss, innerviert durch N. Facialis) sind quergestreift und arbeiten willkürlich
- die tarsalen Fasern zur Lidöffnung bestehen aus glatter Muskulatur und werden sympathisch innerviert.
Der schützende Lidschlussreflex kann durch Berührung der Hornhaut oder durch grelles Licht ausgelöst werden. Hier wird der sensorische Input über das Reflexzentrum im Stammhirn zum Facialisnerv (Hirnnerv VII) geleitet, der den Lidschluss auslöst.
Gehirn
Relais:
1. Großhirnrinde (-|+) lateral für willkürliche Muskelinnervation
2. Großhirnmark (-/+) frontal in quergestreiften Muskeln
3. Mittelhirn/Stammhirn (+/-) dorso-zentral, für glatte Muskelfasern und unwillkürliche Muskelinnervation
Psyche
Biologisches Thema:
1. (GHR): Visuellen Stress nicht vermeiden können
2. (GHML): Visuelle Überforderung, Überlastung
3. (MH): Schutz des Auges und Schutz vor visuellen Triggern
Gefühle, Gedanken:
- Ich wünschte, ich hätte die Augen geschlossen.
- Ich kann mit dem Anblick nicht fertig werden.
- Ich sah es, aber konnte nicht helfen.
- Ich konnte die Augen nicht offenhalten.
META-Bedeutung:
- Jetzt kann ich entscheiden, was ich anschaue.
- Ich brauche nicht alles zu sehen.
- Ich verzeihe mir, was ich gesehen/nicht gesehen habe.
Organ
Stressphase:
1. (GHR), 2. (GHML): Paralyse des M. Levator palpebrae oder M. Orbicularis oculi, hängendes Augenlid (Ptosis oder Ektropium). Die Muskeltrophik nimmt dabei graduell ab.
3. (MH): Erhöhter Tonus im Tarsalmuskel, dadurch unzureichender Lidschluss (Lagophthalmus).
Regenerationsphase:
1. (GHR), 2. (GHML): Wiederkehrende Innervation und Muskeltrophik.
Unwillkürlicher Tonus und Krampf im Augenringmuskel (Blepharospasmus) tritt während der Heilkrise und danach auf.
Vor allem in chronischen Prozessen werden die Lidmuskeln starrer, und es kann zum einwärtsgekehrten Lid (Entropium) kommen.
3. (MH): Tonusnormalisierung.
Heilkrise:
Lidzittern (Tremor palpebrae), Krampf im Augenringmuskel (Blepharospasmus)
Biologischer Sinn:
1. (GHR), 2. (GHML): Stärkung der Funktion und Bewusstwerdung der Bedeutung während der Regeneration.
3. (MH): Zwang zur benötigten Funktion der Aufmerksamkeit in der Stressphase.
Sozial
Beispiele
- Eine Frau musste ansehen, wie ihr Bruder bei einem Unfall stirbt, sowie weitere traumatische Erinnerungen. Sie entwickelte nach der Geburt ihres Sohnes Ptosis und Blepharospasmus (chronische Zyklen durch Trigger in der Umgebung). (Klapp)
- Ein Lastwagenfahrer nickt am Lenkrad ein und verursacht einen Unfall. Obwohl dabei niemand ums Leben kommt, malt er sich Schreckensbilder aus und fühlt sich schuldig, dass er die Augen nicht offenhalten konnte oder rechtzeitig pausiert hätte. Danach reisst er bei auditiven Triggern die Augen weit auf.
Zusätzliche Information
Haut und Muskeln des Augenlids werden von Hirnnerven gesteuert, die Fasern von Stammhirn, Großhirnmark und Großhirnrinde führen. Daher sind emotionale Verknüpfungen auf verschiedenen Ebenen möglich. Die tarsalen Muskelfasern werden autonom innerviert.
Konstellationen:
Megalomanie (GHML-Relais beider Hemisphären aktiv): Visuelle Aufmerksamkeits-Megalomanie “Mir entgeht nichts!”
Differentialdiagnose:
Lichtempfindlichkeit durch Prozesse der Iris, Netz– oder Aderhaut beeinflussen die Schutzbedürftigkeit und den Lidschluss des Auges.
Facialisnerv (Hirnnerv VII mit Fasern von Stammhirn, Großhirnmark und Großhirnrinde) Stress (Angst vor sozialer Entwertung) oder Schädigung: Paralyse, Facialisparese, Lagophthalmus (unzureichender Lidschluss)