Gehör
Anatomischer und funktioneller Überblick
Das auditive oder Hörsystem beinhaltet die sensorischen Hörorgane – die Ohren und ihre Komponenten – , sowie die Hörnerven und die auditorischen Verarbeitungszentren in Stammhirn und Großhirnrinde.
Das äussere Ohr besteht aus der Ohrmuschel oder Concha, eine trichterförmige knorpelige Struktur, die den Gehörgang umgibt und so Schallenergie auffängt, reflektiert und zur Paukenhöhle weiterleitet. Wenn der Schall das Trommelfell erreicht, ist er in den Frequenzen 3-12 kHz 30 – 100fach verstärkt. Ohrmuschel und -kanal sind von Haut bedeckt.
Das Trommelfell trennt das äussere- vom Mittelohr. In der luftgefüllten Paukenhöhle übertragen die GehörknöchelchenHammer, Amboss und Steigbügel die Schallenergie in Druckwellen. Der Stapediusmuskel wird zum Schutz des Gehörs durch Reflex aktiviert: er reguliert die Schwingungsfähigkeit des Steigbügels und reduziert damit die Übertragung der Schallenergie. Die Ohrtrompete oder Eustachische Röhre verbindet das Ohr mit dem Nasenrachenraum und bietet so Abflussmöglichkeit für die Lymphe.
Während das Mittelohr den Schall noch in Wellenform weitergibt, wird dieser in der Schnecke (Cochlea) des Innenohres in elektrochemische Impulse verwandelt, die über den Hörnerv ans Gehirn weitergegeben werden.
Das Innenohr beinhaltet auch das Vestibularsystem, welches zusammen mit dem visuellen System die Wahrnehmung koordiniert und so den Gleichgewichtssinn erzeugt.
Der Hörnerv führt die Schallinformation zur Verarbeitung ins Stammhirn, das Mittelhirn und den Thalamus, von wo er mit den Temporallappen der Großhirnrinde verschaltet wird (Wernicke-Areal, sensorisches Sprachzentrum).
Gehirn
Hör- und Sprachverarbeitungsbereich der Grosshirnrinde
Grafik: Wikipedia
Relais
Schnitt durch Stammhirn und Hörbereich der GHR
- Nuclei des Akustikusnervs Stammhirn lateral re & li im Übergang von Pons & Kleinhirn, Hirn-Organ-Beziehung ungekreuzt
- Grosshirnrinden-Relais der Gehörschnecke im medio-basalen Bereich des postsensorischen Rindenfeldes caudal (unterhalb) von der Inselrinde. Daher sind Revierbereichskonflikte üblicherweise gekoppelt an auditive Trigger des “sozialen Hörens”. In der GHR ist die Hirn-Organ-Beziehung gekreuzt.
META-Organgewebe:
- Ohrmuschel – Haut
- Paukenhöhle und Eustachische Röhre (SH +/-): “Hörbrocken”, “Beute-Hören”: die Notwendigkeit, eine auditive Information aufzunehmen oder loszuwerden
- Gehörknöchelchen, Muskeln & Knorpel (GHML -/+, MH +/-): Lauthantierung
- Innenohr – Gehör (GHR -/+): Spracherkennung und Lautbewertung
- Innenohr – Gleichgewichtssinn (GHR -/+): Gleichgewicht, Kontrolle (Fallangst)