Innenohr – Hören
Anatomie
Das Innenohr ist der tiefliegendste Teil des strukturellen Hörapparates und befindet sich im Schläfenbein des Schädels. Es ist sowohl für die Schallaufnahme als auch für die Balance zuständig. Es besteht hauptsächlich aus 2 knöchernen Strukturen:
- Die Schnecke (Cochlea) verwandelt Schallddruckwellen aus dem Mittelohr in elektrochemische Impulse, die über den Hörnerv ans Gehirn weitergegeben werden.
- Das vestibuläre- oder Labyrinthsystem wird für den Gleichgewichtssinn benötigt.
Im Hohlraum der Schnecke liegen die Nervenzellkörper des Hörnervs (Nervus Cochlearis/Acusticus), die mit den Sensorzellen des Corti-Organs verbunden sind. Der Hörnerv zieht zusammen mit dem Gleichgewichtsnerv zu den Kernen im verlängerten Mark (Medulla oblongata) und von da aus über die Hörbahn zum Hörzentrum in den Temporallappen der Großhirnrinde.
Gehirn
Relais:
Schnitt durch Hörbereiche in Stammhirn und Großhirnrinde
1. Cochlea, Hörzentrum GHR ( – / + )
2. Hörkerne lateral re & li in der Medulla oblongata (+/-)
Psyche
Biologisches Thema:
1. (Cochlea, Hörzentrum GHR) Soziales Hören, Spracherkennung, etwas nicht hören wollen, Schalltrauma
2. (Hörkern SH) “Beute-Hören”, “Hör-Brocken”, siehe auch “Mittelohr – Paukenhöhle”
Gefühle, Gedanken:
1. (Cochlea, Hörzentrum GHR)
Ärger, Ungläubigkeit - Ich mag das nicht hören!
- Seine Stimme verfolgt mich.
- Warum hast du das gesagt?
- Ich kann nicht glauben, was ich da gehört habe.
- Das Geräusch werde ich nie vergessen!
- Ich kann mit dem Gehörten nichts anfangen.
2. (Hörkern SH)
Ungeduld, Druck - Ich muss das jetzt hören!
- Ruhe!
- Ich warte so auf den Anruf!
- Ich will das endlich hören!
- Ich muss das jetzt loswerden.
META-Bedeutung
Ich wähle, die positive Bedeutung von dem was ich höre anzunehmen, und alles andere loszulassen und freizugeben.
Organ
Stressphase:
1. (Cochlea, Hörzentrum GHR) Funktionelle Verringerung der Hörfunktion ohne Zellveränderung. Gewisse Frequenzen werden ausgeblendet. Dabei kann es im betroffenen Ohr zu Tinnitus kommen (Piepen, Klingeln, Summen)
2. (Hörkern SH) Funktionsverstärkung der Geräuschwahrnehmung.
Regenerationsphase:
1. (Cochlea, Hörzentrum GHR) Zu Anfang oft Hörsturz aufgrund des Lösungsödems im Hörzentrum und evtl im Innenohr. Dann langsame Normalisierung der Funktion, wobei der Tinnitus als Warnsignal erhalten bleiben kann. Keine Schmerzen. Bei Beteiligung der Knochenstruktur kommt es zu entzündlichen Prozessen evtl mit viraler Beteiligung.
2. (Hörkern SH) Normalisierung der Geräuschwahrnehmung und der Filterfunktion.
Bei Beteiligung der Knochenstrukturen des Innenohrs kann es nach starken Prozessen oder Rezidiven zu Otosklerose kommen. Diese wird manchmal als Folge von Masern beobachtet.
Heilkrise:
1. (GHR)Plötzliche Schwerhörigkeit oder erneuter Hörsturz. Keine Schmerzen.
2. (SH) Überempfindlichkeit während Stunden
Biologischer Sinn
1. Durch die Hörveränderung in der Stressphase werden die konfliktassoziierten Stimmen/Geräusche ausgeblendet.
2. Die verstärkte Geräuschaufnahme macht die Beute oder den “Hörbrocken” leichter zu fangen. Im Vergleich zum “sozialen Gehör” der Großhirnrinde, geht es hier um überlebensnotwendige Information, wie das Erlauschen der nahenden Beute.
Sozial:
Die Seitendominanz ist von Bedeutung, aber direkte Zusammenhänge sind auch möglich: zB wenn eine linksdominante Frau ein traumatisches Telefonat mit ihrem Kind führt, reagiert trotzdem ihr linkes Ohr, an das sie den Hörer hielt.
Beispiele:
- Eine Lehrerin muss täglich hohe Lärmpegel ertragen. Sie entwickelt Otosklerose.
- Ein wiederholter lauter Streit eines Ehepaars erwirkt beim Mann sowie bei deren Tochter einen Tinnitus.
- Die Klientin bekam Tinnitus (tiefes Brummen), nachdem sie vor vielen Jahren am Telefon plötzlich vom Tod ihrer Mutter erfuhr. Heute hat sie viele Trigger, die das Brummen verstärken – wenn sie unangenehme Nachrichten hört. Sie ist sich bewusst, dass der Tinnitus für sie auch eine Funktion erfüllt. (Weiner, MHU Archiv)
- Ein Polizist, der beruflich und privat viele Hörkonflikte erlebt hat, bekommt kurz vor der Pensionierung einen Hörsturz. Auch nachher hat er Tinnitus, der sich in Stressphasen verstärkt. (Klapp)
- Schalltraumen (berufsbedingte Lärmbelastung, Musikkonzerte etc) hinterlassen oft Tinnitus oder reduziertes Hören auf bestimmten Frequenzen.
Zusätzliche Information
Das menschliche Gehör nimmt normalerweise Frequenzen zwischen
20 Hz und 20 kHz wahr und kann kleine Unterschiede in Lautstärke und Tonhöhe unterscheiden. Diese Bandbreite variiert mit dem Alter, Geschlecht und individueller Anpassung. Im Erwachsenenalter nimmt die Fähigkeit, hohe Frequenzen über 8 kHz zu hören, zunehmend ab.
Ein Tinnitus entsteht genau dort, wo in der Innenohr-Schnecke die Haarzellen eingeknickt sind. Dort erhält der Hörnerv nun kein Signal mehr. Wenn dem Hörnerv der Reiz fehlt, ersetzt er den fehlenden Ton durch einen Dauerton – den Tinnitus. Später kann sich dieser Mechanismus im Hörzentrum verselbstständigen und der chronische Tinnitus wird direkt vom Gehirn produziert.
Tinnitus tritt auch nach einem Hörsturz auf: in diesem Fall wurde er als Warnsignal vor einem auditiven Trigger/Bedrohung konditioniert.
Konstellationen:
1. Hörkonstellation: Wenn beide Ohren betroffen sind, kommt es zur Hörkonstellation mit besonderer auditiver Wahrnehmung oder auditiven Halluzinationen (Stimmenhören). Bilateraler Tinnitus kann vorkommen. Wenn die Hörkonflikte territoriale oder sexuelle Themen haben, kommt es auch zu manischen und depressiven Zuständen oder Schizophrenie.
2.Stammhirnkonstellation möglich: perplex, konsterniert, Bewegung wird reduziert. Ziel: Neuorientierung
Differentialdiagnose:
Zu verstärkter Hörwahrnehmung kommt es bei Mittelohr– oder “Hör-Brocken-Prozessen” sofort zu Beginn der Stressphase, im Innenohr nur in Konstellation.
Schwerhörigkeit gibt es in beiden Hirnschichten während der Stressphase und der Regenerationsphase A, und ggf als Restzustand nach Rezidiven.
Innenohr – Vestibulum (GHR -/+): nur funktionelle, keine Organveränderung. Stress (Kontrollverlust): Schwindel (Vertigo)
Mittelohr – Paukenhöhle & Eustachische Röhre (SH +/-): Stress (“Hörbrocken”): Geräuschempfindlichkeit, schlechtes Filtervermögen, evtl Gewebszuwachs und Innendruck aufs Trommelfell; Regenerationsphase: Mittelohrentzündung mit eitrigem Ausfluss.
Mittelohr – Gehörknöchelchen (GHML -/+) Stress (Selbstzweifel): Gewebsabbau, Nekrosen; Regenerationsphase: evtl bakterielle Entzündung, später verstärkender Wiederaufbau, Otosklerose und Schwerhörigkeit möglich