Zwerchfell und Atemhilfsmuskeln
Anatomie
Das Zwerchfell (Diaphragma) ist der wichtigste Muskel im Atmungssystem, und trennt gleichzeitig den Brust- vom Bauchraum ab. Es besteht aus quergestreifter Muskulatur, die sowohl willkürlich als auch autonom innerviert wird, und aus der zentralen Sehnenplatte. Seine Oberseite ist vom Lungenfell (Pleura) und die Unterseite vom Bauchfell (Peritoneum) bedeckt. Durch den Unterdruck, der in der Pleurahöhle herrscht, ist das Zwerchfell kuppelförmig.
Bei der Einatmung (Inspiration) kontrahiert sich das Zwerchfell, bei der Ausatmung entspannt es sich und wird zum Brustraum gezogen, wo es den Lungenraum komprimiert. Im Gegensinn dieser Auf-und-Niederbewegung arbeiten die Atemhilfsmuskeln des Skeletts, um den Atemraum stärker zu erweitern oder auszupressen: die inspiratorischen Muskeln ziehen die Rippen auseinander und hoch, und die exspiratorischen Muskeln ziehen sie zusammen und herunter.
Mit der Atembewegung massiert das Zwerchfell gleichzeitig die Därme. In Zusammenhang mit den Bauchmuskeln hilft es auch zum Pressen bei den Geburtswehen und beim Stuhlgang.
Beim Lachen vollfürt das Zwerchfell schnelle, rhythmische Kontraktionen. Ein Zwerchfellspasmus bewirkt auch den Schluckauf.
Gehirn
Relais:
1. Großhirnmark (-/+) für Trophik von Zwerchfell (beim Myocardrelais) und Atemhilfsmuskeln
2. Stammhirn/Pons (+/-) für autonome Innervation des Zwerchfells
3. Großhirnrinde (-/+) parietal im motorischen & sensorischen Rindenfeld für willkürliche Motorik von Zwerchfell (Nervus Phrenicus) und Atemhilfsmuskeln
Psyche
Biologisches Thema:
Selbstentwertung in Bezug auf die Atemfunktion. Zwerchfell auch Überforderung (in Zusammenhang mit der Herzkammermuskulatur).
Gefühle, Gedanken:
Schock
- Das nimmt mir den Atem!
- Jetzt steht alles still.
- Ich wage nicht zu atmen.
- Ich kann nicht atmen!
META-Bedeutung:
- Mein Atem fließt rhythmisch und zuverlässig.
- Es atmet mich.
- Mit Ruhe kann ich alles meistern!
Organ
Stressphase:
Das Zwerchfell zeigt selten eine Unterfunktion, da es eine "doppelte Innervation" mit konträrer Stressreaktion hat: Das Stammhirnrelais für automatisches Atmen erwirkt erhöhte Stimulation im Stress, während das motorische Relais der Großhirnrinde verminderte Stimulation bewirkt. Atemunterbrechung in der Inspiration ist eine typische Reaktion in Schreck- und Schocksituationen. Unter gewissen Umständen, wie beim Apoplex, kann eine Parese oder Lähmung des Zwerchfells eintreten.
Die Atemhilfsmuskeln zur In- und Exspiration werden in der jeweiligen Stressphase “Ich kann nicht (genug) ein- oder ausatmen” schwächer.
Regenerationsphase:
Zwerchfell: Langsamer Übergang zur Normalfunktion
Atemhilfsmuskeln: Zunächst “Muskelkater”, später Aufbau und Verstärkung/Verdickung in der jeweiligen Funktion.
Heilkrise:
Spasmen (beim Zwerchfell Schluckauf). Das Zwerchfell reagiert oft gemeinsam mit der Herzkammermuskulatur: daher kommt es im Myocardinfarkt zur Apnoe.
Biologischer Sinn:
Die doppelte Innervation des Atemsystems gibt dieser wichtigsten Lebensfunktion Flexibilität und Sicherheit.
Sozial
Beispiele:
- Eine Frau, die einen Autounfall überlebte, reagiert seitdem mit Einatmungsstarre und Schreck, wenn sie Brems- oder Klirrgeräusche hört.
- Ein Junge wird zum Flachatmer, nachdem er sah, wie seine Schwester geschlagen wurde und er ihr nicht helfen konnte.
Zusätzliche Information
Lachen ist eine mächtige Reaktion um Konflikte zu lösen und Stress und Angst abzubauen! Es aktiviert die Endorphine und führt zu Hochstimmungen.
Differentialdiagnose:
Bronchialmuskulatur (MH, Sympathikus +/-) Stress (Konkurrenz-/Sozialangst): Hyperventilation, Hecheln, Depression; Regenerationsphase: Bronchiopneumonie, Heilkrise: Keuchen, exspiratorischer Stridor
Bronchial- oder Kehlkopfasthma(GHR -/+, Konstellation) Stress: erschwerte Ein- oder Ausatmung, Spasmen; beide Relais zusammen machen in der Heilkrise oder als Triggersignal die Asthmaattacke
Pleura(KH +/-) Regenerationsphase (nach Attacke der Lungen): Dyspnoe, evtl Pleuraerguss