Innenohr – Gleichgewichtsorgan
Anatomie
Das Labyrinth- oder Vestibularsystem im Inenohr wird für den Gleichgewichtssinn und die räumliche Orientierung benötigt.
Da Bewegung im Raum aus Linearbewegung und Rotation besteht, hat das Labyrinth 2 Komponenten:
- Die flüssikeitsgefüllten Bogengänge, die den Drehsinn anzeigen
- Die Otholiten, die geradlinige Beschleunigung wahrnehmen.
Das Vestibularsystem enthält Sinneszellen (Haarzellen), die die Information über den VIII. Hirnnerv (Nervus vestibulocochlearis) zu Nervenkernen im Stammhirn weitergibt. Diese Vestibulariskerne vereinigen zusätzliche Informationen von Augen, Kleinhirn und Rückenmark über die räumliche Lage und die Muskelspannung, und damit der Haltung und Position des Körpers. Die Reflektion dieses Sinnesvergleichs ermöglicht die räumliche und zeitliche Koordination.
Gehirn
Relais:
Großhirnrinde (-/+) postsensorisches Rindenfeld basal im Schläfenlappen (vgl Hörzentrum)
Psyche
Biologisches Thema:
Gleichgewicht, Kontrolle (Fallangst)
Gefühle, Gedanken:
Angst, Unsicherheit, Schwindel
- Das bringt mich aus dem Gleichgewicht.
- Ich verliere den Boden unter den Füßen!
- Ich sah, wie sie stürzte.
- Das macht mich schwindlig!
META-Bedeutung:
Erdung, Leichtigkeit
- Ich bin verwurzelt in der Erde und in meinem Leben.
- Alles balanciert sich aus.
- Ich finde einen festen Punkt im Leben.
- Ich gebe mich dem Fallen hin und werde aufgefangen.
Organ:
Stressphase:
Gleichgewichtsverlust (Schwindel, Vertigo) ist eine Funktionsänderung ohne Zellveränderung im Labyrinthsystem. Symptome sind Drehschwindel, Benommenheit, Kontrollverlust und Falltendenz. Oft kommt es zu Übelkeit und Erbrechen.
Regenerationsphase:
Normalisierung des Gleichgewichts.
Bei Knochenbeteiligung kann es zu Entzündung (Labyrinthitis), viraler Infektion und ggf zu Otosklerose mit nachfolgender Schwerhörigkeit kommen.
Heilkrise:
Erneuter Schwindelanfall
Durch Reflexkonditionierung kommt es ggf zu wiederholten Schwindelanfällen, die als biologische Warnsignale zu deuten sind.
Biologischer Sinn:
Biologischer Sinn der Falltendenz in der Stressphase kann sein, sich näher am sicheren Boden zu halten.
Sozial
Beispiele:
- Eine Großmutter sah ihr Enkelkind von der Schaukel fallen. Sie erlitt einen Kontrollverlust und einen Hilflosigkeitskonflikt mit Schwindel und Panikattacke.
- Eine junge Frau entwickelte Höhenangst und Schwindel, nachdem sie einen Kletterunfall hatte, bei dem der Partner stürzte und sich schwer verletzte.
- Eine Frau empfindet Kontrollverlust über ihr Leben, Arbeit und Partnerschaft. Sie hat nach Pfeifferschem Drüsenfieber mit anhaltenden Drehschwindelanfällen zu kämpfen. (Klapp)
- Eine Frau bekommt Tinnitus/Hörverlust und Schwindelanfälle/ Labyrinthitis nach dem Tod ihrer Mutter. Jahre später stirbt auch ihr Mann, und die Symptome wiederholen und verstärken sich. Die psychische Belastung durch diese Symptome manifestiert den Prozess. (Klapp)
Zusätzliche Information
Für die bewusste Orientierung im Raum sind neben dem Gleichgewichtssystem (vestibuläres System, GHR) auch das visuelle System und das propriozeptive System (Tiefensensibilität) mit Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln verantwortlich.
Ist die Funktion eines dieser Systeme gestört, kann dies durch widersprüchliche Informationen der Sinnesorgane zu Schwindelanfällen führen.
Funktionsstörungen der Otolithen können den “benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel” hervorrufen.
Konstellationen:
"Seiltänzer": beidseitige Konflikte des Gleichgewichtsorgans ermöglichen aussergewöhnliches Talent in Fähigkeiten der Balancehaltung und Orientierung, oft verbunden mit Megalomanie, wenn die Knochenstrukturen mitbetroffen sind, oder der “Schwebekonstellation”Kehlkopfschleimhaut– und Bronchialschleimhautrelais stressaktiv)
Differentialdiagnose:
Schwindel kann durch niedrigen Blutdruck und hohen intracerebralen Druck entstehen (zB in tiefen Regenerationsphasen), durch Medikamente, bei Epilepsie (Heilkrisen in Relais des sensorischen und motorischen Cortex), durch Wassermangel, und bei Verletzung des Vestibulocochlearnerven.
Innenohr – Hören (GHR -/+): nur funktionelle, keine Organveränderung. Stress (Hören von Ungewolltem): Tinnitus; Regenerationsphase: Hörsturz, zeitweiser Hörverlust. Hörkonstellation möglich (Stimmenhören, Paranoia, kann sich bei Revierthematik manisch/depressiv ausprägen)
Mittelohr – Gehörknöchelchen (GHML -/+) Stress (Selbstzweifel bzgl Hören): Gewebsabbau, Nekrosen; Regenerationsphase: evtl bakterielle Entzündung, später verstärkender Wiederaufbau, Otosklerose und Schwerhörigkeit möglich