Haut – Epidermis
Anatomie
Die aus dem Ektoderm entstandene Epidermis / Oberhaut ist die äußerste Schicht der Haut und formt zusammen mit der Dermis / Lederhaut die Cutis. Die Epidermis besteht aus mehrschichtigem Plattenepithel aus Keratinozyten, zusammengesetzt aus der Basalmembran, wo die Zellteilung stattfindet, und mehreren weiteren Schichten mit zunehmender Verhornung. Entsprechend ihrer Beanspruchung ist die Oberhaut der Augenlider am dünnsten, und die der Fußsohle am dicksten.
Die Epidermis hat keine eigene Blutversorgung, ihre Ernährung erfolgt durch die Dermis und die Sauerstoffversorgung durch die umgebende Luft. Sie besitzt aber sensible Innervation und Empfindlichkeit für Berührung, welcher je nach Lokalität unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders sensibel sind die Fingerspitzen, die wir für den Tastsinn benötigen.
Die Schichten im einzelnen sind:
- Die einlagige Basalzellschicht enthält Merkel-Zellen für Berührungsempfindlichkeit und Melanozyten (pigmentbildende Zellen).
>> Funktionen: Input für die Anforderung von Schutzreaktionen, Schutzunterstützung - Die Stachelzellschicht (Stratum spinosum), wo die Verhornung beginnt, enthält Keratinozyten, die durch Desmosomen verbunden sind und aus dem Zellplasma Keratin, Proteine und Lamellenkörperchen bilden. Sie enthält auch lymphatische “Langerhans-Zellen” (dendritische Zellen) des Immunsystems.
>> Funktionen: Errichtung und Einstellung der äusseren Barriere, Toleranz, Erneuerung - In der Körnerzellschicht (Stratum granulosum) bilden sich die Keratinozyten zu leblosen Korneozyten (Hornzellen) um. Dabei werden Lipide (Fette) aus den Zellkörpern in den Zellzwischenraum überführt, wo sie eine Fettbarriere bilden, die das Eindringen von Wasser und wasserlöslichen Substanzen durch die Haut verhindert.
>> Funktion: Errichtung der äusseren Barriere - Die Hornschicht (Stratum corneum) besteht vollständig aus leblosen, verhornten Zellen und Fetten zum oberflächlichen Schutz des Körpers. Aus dieser Schicht lösen sich Hautschuppen ab.
>> Funktion: Schutz, Exkretion von Toxinen
Die Epidermis ist von der Dermis durch eine Basalmembran aus Faserproteinen getrennt die sie strukturell unterstützt.
Von Bedeutung für das emotionale Thema ist hauptsächlich die Hautsensibilität und die Bewertung des Gefühlten, die die Funktion der äusseren Schichten mit steuern.
Gehirn
Relais:
Großhirnrinde (-/+), sensorisches Rindenfeld
Grafik: Benjamin Cummings
Psyche
Biologisches Thema:
1. Kontaktverlust
2. unerwünschter Kontakt
Hautsymptome beziehen sich auf den Ort ihres Auftretens. Der Konflikt kann direkt an diesem Ort erlebt sein (wie ein Angriff oder ein Kontaktverlust an der Stelle), oder eine symbolische Verbindung gemäß der Grafik haben: Seitendominanz ist relevant.
Gefühle, Gedanken:
1. Sehnsucht, unterdrückte Wut
- Wie ich seine Berührung vermisse!
- Ich will ihr nahe sein.
- Sie hat mich verlassen!
2. Abwehr, Abscheu - Ich möchte in Ruhe gelassen werden.
- Lass mich los!
- Ich will das nicht fühlen!
- Ich mag diese Berührung nicht!
META-Bedeutung:
1. Ich habe alles was ich brauche, und kann alleine klarkommen. Ich kann mir Kontakt holen. Jetzt kann ich mit Nähe und Distanz spielen.
2. Berühren und Berührtwerden ist sicher. Ich entscheide selbst, wo ich Distanz möchte, und kann das klar ausdrücken.
Organ
Sensibilitätsveränderung nach ÄHS (-/+) reduziert in der Stressphase, erhöht in der Regenerationsphase. Die Epidermis (Äussere Haut) gibt diesem Schema seinen Namen.
Stressphase:
Trockene, raue, blasse und unsensible Haut, die evtl verstärkt schuppt. Häufig Gedächtnisverlust/-lücken (treten auch in der Regeneration auf). Die Hauternährung (über Dermis & Umwelt) ist vermindert.
Funktionseinbußen der Melanozyten der Basalschicht sind möglich und können zu Vitiligo führen. Der assoziierte Konflikt ist ein “brutaler, ungerechter Kontakt-/Trennungs-Konflikt”.
Beim Dermis (+/-)-assoziierten Melanom vermehrt sich die Pigmentproduktion der Melanozyten in der Stressphase des Attackekonflikts.
Schuppendes oder atopisches Ekzem wird in der Stressphase chronischer Muster diagnostiziert.
Regenerationsphase:
Hautrötung, Schwellung und Hypersensibilität sind typische Entzündungszeichen, es kann auch brennende Schmerzen geben. Virale Infektionen können auftreten und sind entweder lokal begrenzt wie bei den typischen Diagnosen Neurodermitis, Ekzem, Exanthem, Gürtelrose oder Nesselsucht (dies tritt besonders in der Triggerfunktion und bei gleichzeitig stressaktiven NSR auf), oder generalisiert wie bei Masern, Röteln oder Scharlach.
Jucken tritt vor allem in der Regenerationsphase B auf (entsprechend der Abheilung von Hautwunden), aber in Verbindung mit Histamin (gebildet in Mastzellen, Zellen der Epidermis, der Magenschleimhaut und in Nervenzellen) vor allem auch als Warntrigger, wie bei Allergien oder Nesselsucht. Diese kurzfristigen Reaktionen deuten auf einen früher erlebten UDIN mit Kontakt-/Trennungsthematik auf.
Warzen und Dornwarzen bilden sich in verlängerten Regenerationsphasen als überschießende Verhornung.
Heilkrise:
Kurze Reduktion der Symptome, Weggetretensein / Bewusstlosigkeit / Absence.
Biologischer Sinn:
Durch die verminderte Sensibilität in der Stressphase wird die unangenehme oder die vermisste Berührung weniger empfunden.
Sozial
Beispiele:
- Das vierjährige Kind leidet unter der Scheidung seiner Eltern und der Tennung von ihrem Vater. Immer wenn sie ihn besucht hat, flammt ihre Haut auf (Neurodermitis).
- Die Klientin bekam nach ihrem Umzug in ein fremdes Land weisse Hautflecken an den Beinen.
- Ein Mann, der seine Familie und seine “Wurzeln” zurückgelassen hatte, bekommt Warzen an den Füßen. (Odum)
- Die ältere Klientin bekommt nach dem Tod ihres Mannes schütteres Haar und pergamentartige Haut, und ihr Gedächtnis nimmt ab.
- Junger Mann bekommt Lippenherpes beim Gedanken, von einer Flasche zu trinken, die bei den Arbeitskollegen “im Kreis geht”.
- Ein Fischer bekommt nach dem Verkauf seiner Boote und Ausscheiden aus dem Berufsleben Psoriasis besonders an Kopf, Lendenrücken, Kniekehlen, Unterschenkel, Hände. Diese Partien waren durch typische Kleidung und Berührungen an Bord (Mütze, Stiefel) geprägt. (Klapp)
- Junger Mann bekommt schmerzhafte Gürtelrose nach Wiedervereinigung mit seinem Partner in einer “Hassliebe-Beziehung”. (Klapp)
Körpergebiete:
Lokale Aktivierungen haben einen physischen Bezug, wenn an der Stelle Kontakt stattfand oder vermisst wird, oder einen assoziativen metaphorischen Bezug: - Kopf: Physische Berührung am Kopf (Streicheln oder Schlag), mentaler/spiritueller Kontakt
- Gesicht: Zärtlichkeit vermissen, oder: Schlag ins Gesicht als Erinnerung gespeichert
- Ohren: Auditive Trigger (Geräusch oder Stimme) für Kontaktverlust
- Augenlider: Böse angeschaut werden, oder: Angst davor, den Kontakt nicht halten zu können, visuelle Trigger für Kontaktverlust
- Mund/Lippen: Kontakt- oder Ausdruckskonflikt mit dem Mund
- Rücken: loswerden wollen, “den Buckel runterrutschen”
- Brust und Bauch: Konflikt mit Berührung oder Trennung, oft sexuell oder Zärtlichkeit
- Schamlippen, Hoden oder Penis: Konflikt mit sexueller Berührung oder sexueller Trennung
- Arme innen: Umarmen, festhalten vermisst
- Arme aussen: Konflikt mit Abwehr
- Hände: Feinfühligkeit, anfassen wollen, begreifen, behandeln wollen und nicht können
- Hüften & Beine aussen: Konflikt mit Abwehr, Wegstoßen
- Beine innen: Konflikt mit Festklammern, nicht beherrschen können (reiten)
- Unterschenkel, Schienbein: Kontakt/Trennung verhindert Weiterkommen, “Tritt vors Schienbein” befürchtet
- Füße aussen /Spann: wegkicken wollen
- Fußsohlen / Zehen: vermisste Erdung, oder: zerstampfen wollen
Zusätzliche Information
In chronischen Prozessen überlagern sich oft Symptome der Stress- und der Regenerationsphase. Subtile VAKOGS Stresstrigger reaktivieren häufig den Prozess in der Haut.
Nävus
Bei Melanomen und Muttermalen (Nävus) reagieren oft die pigmentbildenden Zellen der Basalschicht im gleichen Sinn der Dermis (KH +/-) für verstärkten Schutz (dunkel=geschützt)
Psoriasis
Schuppende Haut auf entzündlichem Grund: Mehrere Stresstrigger, überlagernde Kontakt-/Trennungskonflikte in unterschiedlichen Phasen. Auch können sich verschiedene Trigger und “gemischte Gefühle” überlagern.
Gürtelrose (Herpes Zoster)
Gelöster Kontakt-/Trennungskonflikt oft mit sexuellem Bezug und Beschmutzungskomponente, da die Dermis mitbetroffen sein kann.
Windpocken, Röteln, Masern
“Kinderkrankheit” oft mit hohem Fieber, juckende rote Pusteln meist am ganzen Körper, generalisierter Kontakt-/Trennungskonflikt in Lösung, hinterlässt Immunität = Emanzipationstrategie.
Nesselsucht (Urticaria)
Stark juckende oder brennende Pusteln, oft in Verbindung mit weiteren Symptomen (Atmung). Starkes Histaminsignal, Warnungsreaktion. Oft gleichzeitig aktive Flüssigkeitsretention, dadurch Symptomverstärkung.
Demenz
Lange Stressphasen und Rezidive führen zu Einlagerungen /Kalzifizierungen in den Relais und zu zunehmendem Gedächtnisverlust. Dies stellt eine biologische Strategie der Trennungskonfliktminderung dar.
Konstellationen:
Sensorische Konstellation: beidseitige Kontaktkonflikte führen zu sensorischen Halluzinationen.
Hygienemanie (zusammen mit Pankreas/Langerhans Alphazellen): Waschzwang, extreme Hygiene und Angst vor Schmutz und Bakterien
Differentialdiagnose:
Dermis/Lederhaut (KH +/-) Stress (Schutzlosigkeit): verstärkte Aktivität der Schweiss- und Talgdrüsen, Gewebsverstärkung mit oder ohne Pigmentbeteiligung; Regeneration: eitriger Gewebsabbau, Akne
Sensible Nerven(GHR -/+) Hautschemen IHS & ÄHS mit Funktionsminderung bzw -erhöhung. ÄHS tritt zusammen mit Epidermis, aber auch unabhängig von Hautreaktionen auf.
Unterhautfettgewebe Bindegewebe) (GHML -/+): Stress (Ressourcenlosigkeit, “Dünnhäutigkeit”): Nekrosen, Hautfaserrisse und Bildung von Dehnungsstreifen; Regeneration: Wassereinlagerung, überschießender Aufbau, Keloidbildung
Myelinscheide der Nerven (KH +/-): Stress (Schmerzangst): ggf Bildung von Neurofibromen, die mehrere Hautschichten durchwachsen
Knochenhaut/Periost (GHR -/+) Stress (tiefem Schmerz, Empörung): blasse, kalte Haut durch Gefäßverengung der lokalen Kapillaren
Die Haut und ihre Ernährung wird durch das Hormonsystem beeinflusst.