Nebennierenrinde
Anatomie:
Die Nebennieren sind endokrine Drüsen, die auf den Spitzen der Nieren liegen. Sie sind zusammen mit den Nieren von einer Fettkapsel sowie der Nierenfaszie umgeben.
Diese Drüsen bestehen aus 2 Anteilen: der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark.
Die Nebennierenrinde entstammt dem Mesoderm und besteht ihrerseits aus 3 Schichten mit unterschiedlichen Funktionen:
- In der äusseren Zone wird das “Dursthormon” Aldosteron gebildet, das die Elektrolytkonzentration im Blut steuert.
- In der mittleren Schicht wird, angeregt durch das adrenokortikotrope Hormon (ACTH) aus der Hypophyse, vorwiegend Cortisol, aber auch das herzmuskelstärkende Ouabain (Entsprechung: Strophantin) produziert.
- Die innere Schicht bildet Dehydroepiandrosteron (DHEA), welches eine Vorstufe zu den Sexualhormonen darstellt.
Grafik: Gray’s Anatomy. Derivative work by Marc Gabriel Schmid.
Cortisol und DHEA sind Gegenspieler im Stress:
Cortisol macht dem Körper Energie zugänglich, indem es in Gewebsabbauprozessen Fette löst und den Glukoseneuaufbau anregt. Es hemmt damit die Gewebsregeneration, weshalb es auch dämpfend auf Symptome aus der Regenerationsphase, wie Entzündungen und überschießende Immunreaktionen wirkt.
Indem es die Energieumwandlung in den Mitochondrien (die “Kraftwerke der Zelle”) bremst, wirkt DHEA der Energieverschwendung und damit auch der Bildung freier Radikale und der Alterung entgegen. Es hemmt dazu auch die Fettspeicherung und wirkt neurotrop, also schützend und nährend auf Nervenzellen.
Im Gegensatz zum Nebennierenmark, das direkt durch das autonome Nervensystem angesteuert wird, wird die Nebennierenrinde durch neuroendokrine Hormone aus Hypophyse und Hypothalamus, sowie durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-SystemSystem reguliert.
Gehirn
Relais:
Großhirnmark (-/+) zentral li & re
Psyche
Biologisches Thema:
Orientierung, Intuition
Gefühle, Gedanken:
Gestresste Energielosigkeit, Zwiespalt, Verwirrung, Unzufriedenheit:
- Das ist nicht was ich wollte!
- Was ist mein eigentlicher Weg?
- Warum tue ich das hier?
- Ich kann mich nicht mehr aufraffen, aber ich muss doch!
- Ich fühle, dass das falsch ist, so weiterzumachen.
- Ich habe mich verloren!
META-Bedeutung:
- Ich bleibe jetzt stehen und finde mich wieder.
- Jetzt erlaube ich mir, einen neuen Weg zu gehen und meiner Energie zu folgen.
- Mein Herz zeigt mir den Weg.
- Ich erkenne jetzt mein wahres Ziel.
Organ
Stressphase:
Unterproduktion von Hormon und ggf Gewebsabbau in der Nebennierenrinde sorgt für Unbalance des Energiehaushaltes. Typisch ist die Schwierigkeit morgens wach zu werden und aufzustehen, “gestresste Müdigkeit”, Energielosigkeit, Schwächegefühl (Asthenie), niedriger Blutdruck, Appetitlosigkeit bei Unterzuckerung, und “Salzhunger“. Es stellen sich Verdauungsbeschwerden ein, Schwindel (Vertigo) und Ohnmacht (Absence) können vorkommen. Durch Verminderung der Androgenproduktion (DHEA) ggf Libidoverlust und Alterungserscheinungen.
Die Nebennierenrindenschwäche kann von Hyperpigmentierung von Haut (Bronzefärbung) und Schleimhäuten begleitet sein.
Mögliche Diagnosen: Nebenniereninsuffizienz, Morbus Addison, Adrenal Fatigue.
Die Nebennierenrinde kann am Chronischen Erschöpfungssyndrom (CES), Burn-Out oder Bore-Out beteiligt sein.
Regenerationsphase:
Normalisierung der Hormonproduktion, ggf Gewebsaufbau bis hin zur Hyperplasie und Überfunktion. Besonders bei gleichzeitiger Wasserretention können Nebennierenzysten entstehen. Die Überfunktion führt zunächst physiologisch zu einem Energieschub mit arteriellem Bluthochdruck und erhöhtem Blutzucker, starkem Durst; später zur Stammfettsucht (Vollmondgesicht und Stiernacken) bei dünnen Gliedmaßen. Durch die katabole Wirkung von Cortisol werden Atrophien und Gewebsschwäche in Haut, Bindegewebe, Muskeln und Knochen begünstigt.
Mögliche Diagnosen: Hyperadrenokortizismus, Cushing-Syndrom, Conn-Syndrom, Adrenokortikales Karzinom
Durch Überproduktion von Androgen kommt es zunächst auch zum Energieschub und Entscheidungsfreude, später kann Virilisierung (Vermännlichung) bei Frauen zu typisch männlicher Behaarung, Neigung zu Akne, und Vergrößerung der Klitoris erfolgen und zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.
Mögliche Diagnosen: Adrenogenitales Syndrom (AGS), Hirsutismus
Biologischer Sinn:
Während und nach der Regenerationsphase bekommen Betroffene mehr Energie und Entschlusskraft, um den eigenen Weg zu finden und ihm zu folgen.
Die angeregte Ouabainproduktion (g-Strophantin) stärkt gleichzeitig den Herzmuskel.
Sozial
Beispiele:
- Eine Frau leidet unter Müdigkeit und Energielosigkeit, seitdem sie ihren Arbeitsplatz aufgab, um ihrem Partner zu folgen. Erst als sie ein neues Lebensziel findet und sich in der neuen Gemeinschaft integriert fühlt, nimmt ihre Vitalität wieder zu.
- Eine ältere Dame leidet an chronischen Schmerzen und Depressionen, seit ihr Ehemann starb. Sie verlässt das Heim, das sie zusammen aufgebaut hatten, findet aber jahrelang keinen Frieden. Erst als sie in einem Moment der Einsicht die Erinnerungen loslassen kann, ist sie frei ihrem Herzen zu folgen. Sie findet eine Fülle von Energie im Tanzen, Spielen und sozialen Aktivitäten. (Klapp)
- Die Klientin identifizierte sich lange mit der Pflege ihres depressiven Mannes, die ihre Energiereserven aufzehrte. Daneben baute sie ein eigenes Geschäft auf. Schließlich entschied sie sich, den Mann zu verlassen, fühlt sich aber innerlich zerrissen. Sie kann danach mit ihrer neuen Freiheit nichts anfangen, fühlt sich motivationslos. Als sie lernt, ihre Identität neu zu definieren und sich auch ohne eine bestimmte Funktion auszufüllen, anerkannt und gewertschätzt zu fühlen, öffnen sich neue Perspektiven und Energieressourcen. (Klapp)
- Eine junge Frau ließ sich verführen und manipulieren, so dass sie fortan ein Doppelleben führte. Als eine Nachricht auf ihrem Telefon sie verrät, fühlen sich Familie und Freundeskreis von ihr hintergangen. Sie entwickelte Konzentrationsschwäche, Erschöpfung, Appetitlosigkeit und Haarausfall, begleitet von Gefühlen von Trauer, Scham, Schuld und Wut. Nach EFT-Behandlung und der Erkenntnis “Ich kann jederzeit die Richtung wechseln” unternimmt sie Schritte zur Klärung, und findet ihre Kraft wieder. (Koch, MHU Archiv)
Zusätzliche Information
Cortisol ist als Gegenspieler zu Melatonin am cirkadianen Rhythmus beteiligt und macht, dass wir wach sind.
Jegliche längerdauernde Stressphase ist von erhöhter Cortisolausschüttung begleitet, um den Konflikt zu lösen. Durch die katabole (abbauende) Wirkung des Cortisol ist die Gewebserneuerung und -erhaltung beeinträchtigt, was Voraussetzungen für Bildung nicht-funktionellen Gewebes (zB in Tumoren) schafft. Daher führen lange Stressphasen oder generell hohe Stresslevel in der Lebensführung auf die Dauer zu Auszehrung und Minderung der Vitalität.
Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom tritt bei schweren bakteriellen Infektionen (in anderem Gewebe) auf, bei denen die Nebennierenrinde abgebaut wird. Dies deutet auf einen Sekundärkonflikt der NNR bei suboptimalen Regenerationsphasen hin.
Das “Dursthormon” Aldosteron aus der Nebennierenrinde regt die Nierensammelrohre zur Wasserretention an.
Konstellationen:
Motivations-Megalomanie: wenn beidseitig Orientierungskonflikte bestehen, gelangt man auf eine Metaebene, auf der man untrügliche Intuition und Entscheidungskraft findet.
Differenzialdiagnose:
Müdigkeit und Erschöpfung sind Symptome von Vagotonie in jeder Regenerationsphase , aber auch von Kachexie durch langanhaltende Stressphasen in jeglichem Gewebe.
Hypophyse (SH +/-) “Motivationsstress” : erhöhte Produktion von Adrenocorticotropin (ADCT) stimuliert die Nebennierenrinde
Nebennierenmark (SH +/-) übermäßiger Stress: Erhöhung von Adrenalin- und Noradrenalinproduktion, Erhöhung von Aufmerksamkeit, Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, dabei Hemmung der Verdauung
Schilddrüse Follikelepithel (SH +/-) Stress (Schnelligkeit): erhöhte Thyroxinproduktion, Nervosität, Gewichtsabnahme; Regenerationsphase: Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Depression, Frieren, Gewichtszunahme bei Appetitlosigkeit
Schilddrüse "Gangmuster" (GHR -/+) Regenerationsphase oder verlängerte Stressphase (Machtlosigkeit) führt zu verringerten Thyroxinwerten, Müdigkeit und Gewichtszunahme.
Eierstöcke – Östrogenproduktion (GHML -/+) Stress (Verlust einer Bezugsperson): Minderproduktion, Unfruchtbarkeit; Regenerationsphase: Zystenbildung, schließlich erhöhte Östrogenproduktion
Hoden – Testosteronproduktion (GHML -/+) Stress (Verlust einer Bezugsperson): verringerte Testosteronproduktion, Hodennekrose; Regenerationsphase B: Steigerung der Testosteronproduktion, ggf Hodenkrebs
Revierbereichskonstellationen führen auch zu Unbalancen der Sexualhormonausschüttung sowie zu manischen oder depressiven Zuständen und Persönlichkeitsmerkmalen/-veränderungen.