Gaumen
Anatomie
Der Gaumen ist das Dach der Mundhöhle und gehört damit zum Verdauungstrakt. Er besteht aus knochigen Anteilen im “harten Gaumen”, und dem “weichen Gaumen” aus Gaumensegel und Gaumenzäpfchen (Uvula) im hinteren Teil, der zum Rachen (Pharynx) gehört.
Der harte Gaumen stellt die Barriere zwischen Mund- und Nasenraum dar. Er ist überzogen von gut durchbluteter Schleimhaut mit vielen Speicheldrüsen, die vorn und seitlich in das Zahnfleisch übergeht.
Der weiche Gaumen verschließt die nasalen Atemwege während des Schluckens, so dass keine Nahrung in den Nasenrachen gelangt. Er wirkt auch an der Laut- und Sprachbildung mit: wenn diese Funktion beeinträchtigt ist, wird die Stimme nasal. Beim Niesen schließt der weiche Gaumen die Nasenhöhle und schützt sie, während die ausgeniesten Substanzen in den Mund gelangen. Das Gaumenzäpfchen löst auf Berührung einen Würgereflex aus.
Die Muskeln des weichen Gaumens bestehen aus quergestreifter Muskulatur und werden von den Hirnnerven Vagus und Glossopharyngeus innerviert.
Grafik: [681px-Blausen_0872_UpperRespiratorySystem|Blausen Staff]
Gehirn
Das Stammhirn spiegelt die archaische Ringstruktur des Urdarms wieder:
im rechten Stammhirn sind die Relais der Wert-einführenden Organgewebe von Ösophagus bis zum Dünndarm, im linken Stammhirn die der hinausführenden Anteile von Zäkum bis zum Mastdarm. Medial zu beiden Seiten befinden sich die Relais von Schlund-, Ohren- und Augenanteilen (Tränendrüsen), sowie die der Zirbeldrüse, des Hypophysenvorderlappens und der Schilddrüse. Im dorsozentralen Bereich links ist der evolutionäre Aufriss der Ringstruktur zwischen Anus und Mund repräsentiert.
Relais:
- Stammhirn (+/-) dorso-zentral, für Speicheldrüsen und Flimmerepithel
- Großhirnrinde (-/+) prämotorisches sensibles Rindenfeld: für sensible Mund- und Rachenschleimhaut (Plattenepithel), Speicheldrüsen-Ausführungsgänge
- Großhirnmark (-/+) im “Schädelbereich”, für knöcherne und muskuläre Anteile des Gaumens