Anale Schliessmuskeln
Anatomie
Am After gibt es zwei Schließmuskeln, welche die Ausscheidung des Stuhles steuern:
- Der innere Schließmuskel (Sphincter ani internus) ist ein unwillkürlich gesteuerter glatter Ringmuskel, welcher ungefähr 2.5 cm des Analkanals umschließt. Seine untere Grenze ist in Kontakt mit dem äußeren Afterschließmuskel, aber trotzdem davon getrennt. Er ist ungefähr 5 mm dick und besteht aus einer Verstärkung ringförmiger Darmwandmuskulatur. Die untere Grenze ist ungefähr 6 mm von dem Afterausgang entfernt. Er hilft dem äußeren Afterschließmuskel die Afteröffnung zu verschließen, und hilft bei der Ausscheidung des Stuhles.
- Der äußere Afterschließmuskel (Sphincter ani externus) ist eine elliptische Muskelplatte aus quergestreifter willkürlich innervierter Muskulatur, die den inneren Schließmuskel umgibt. Er ist ca. 8 bis 10 cm lang und besteht aus einer oberflächlichen und einer tiefen Schicht. Er ist im Beckenboden eingelassen.
Beide Muskeln sind normalerweise kontrahiert und verschließen den Anus. Durch die Dehnung des Rektums vor der Defäkation wird der Tonus gehemmt und der Anus kurzzeitig geöffnet. Durch willentliche Anspannung des äusseren Sphinkters kann die Öffnung verhindert werden. Auch die Muskeln des Beckenbodens helfen bei der Kontrolle.Grafik: Wikipedia, Arnim Kübelbeck
Quelle
Gehirn
Relais:
1. Großhirnmark (-/+) im “Beckenbereich” für die Trophik des äußeren Afterschließmuskels (Sphincter ani externus) und der Beckenbodenmuskulatur
2. Großhirnrinde (-/+), motorische Hirnrinde im Sulcus lateralis, für die Innervation des äußeren Afterschließmuskels und der Beckenbodenmuskulatur
3. Mittelhirn (+/-) dorso-medial links, für den inneren Afterschließmuskel (Sphincter ani internus) vgl Stammhirn
Psyche
Biologisches Thema:
1. Selbstentwertung bzgl der Schließmuskelfunktion und der Reviermarkierung
2. Unfähigkeit das Revier zu markieren (aus sozialen Ursachen); Revierärger / Identität (entsprechend der analen Schleimhaut)
3. Den Abfall absetzen oder zurückhalten
Gefühle, Gedanken:
1. Soziale Furcht
- Ich kann das nicht halten!
- Wo ist hier mein Platz?
2. Ärger oder Unsicherheit - Ich muss mich behaupten! Ich muss zeigen, dass das hier meins ist!
- Wo ist hier mein Platz?
3. Druck - Wo kann ich hier hinmachen? Ich kann das nicht halten!
META-Bedeutung:
1., 2. Ich finde meinen Platz, kann meine Grenzen setzen und kann mich klar ausdrücken.
3. Ich spüre meinen Körper und merke rechtzeitig, wann ich muss.
Organ
Stressphase:
1. Zunehmende Schwächung des äusseren Schließmuskels, Stuhlinkontinenz. In Sphinktermuskeln wird keine Nekrose beobachtet!
2. Erschlaffung/Lähmung des äusseren Afterschließmuskels, dadurch Absetzen des Kots “auf der Flucht”, Stuhlinkontinenz, dabei verminderte Sensibilität.
3. Tonuserhöhung des inneren Sphinkters durch sympathische Innervierung, dadurch Stuhlverhalten, Verstopfung.
Regenerationsphase:
1. Stärkung des äusseren Schließmuskels.
2. Wiedererlangen der Kontrolle, in der Heilkrise ggf kurze Erschlaffung des äusseren Afterschließmuskels.
3. Erschlaffung des inneren Sphinkters und regulärer Stuhlgang in Ruhe.
Biologischer Sinn:
Die unwillkürliche Erschlaffung in der Stressphase des äusseren Schließmuskels hat den Sinn, das eigene Territorium deutlicher zu markieren .
Sozial
Beispiele:
- Ein Junge, dessen Eltern geschieden sind, hat einen nicht einfühlsamen Lehrer und fühlt sich in der Schule überfordert. Er beginnt, einzukoten, merkt es aber selbst nicht.
- Eine ältere Person wird von daheim in ein Altersheim eingewiesen und kann die neuen Umstände und Einschränkungen nicht akzeptieren. Sie verliert die Kontrolle über ihren Stuhlgang.
Zusätzliche Information
Beide Schließmuskeln haben die gleiche Funktion aber mit unterschiedlichen Nuancen: einerseits des Haltens oder Ausstoßens des Abfall-Brockens (Stamm-/Mittelhirn) und der Unfähigkeit dazu, was zum Selbstwertkonflikt führt (Großhirnmark). Das Relais der Großhirnrinde hat sozialen Aspekt: die Position in der Gruppe bestimmt, wo das Revier markiert werden darf. Daher reagieren die Schließmuskeln bei Identitäts- oder Revierärgerkonflikten der sensiblen Analschleimhaut oft mit.
Konstellationen:
Charisma-Megalomanie bei Markierungskonflikten im Innen- und Aussenrevier: “Ich bin überall akzeptiert und nehme meinen Platz ein”
Differentialdiagnose:
Darm – Durchfallerkrankungen mit verschiedenen Ursachen. Hierbei ist der Stuhl weich bis wässrig.
Rektum – Schleimhaut (SH +/-) Stressphase (Groll, Unausscheidbarkeit): rektale Polypen, Adenom ; Regenerationsphase: Abszesse unter der Schleimhaut , blutende Hämorrhoiden, evtl Candida
Rektum – Anale Schleimhaut/Epidermis (GHR -/+) Stressphase (Identität/Rang) mit schmerzloser Ulzeration und Nekrosen; Regenerationsphase mit schmerzhaften hämorrhoidalen Blutungen , evtl Analkanalkarzinom oder Analrandkarzinom. Der externe Sphinkter reagiert oft im gleichen Programm mit.
Rektum – Glatte Darmmuskulatur(MH +/-): der glatte Muskel reagiert oft zusammen mit der Schleimhaut, mit dem Ziel den Stuhl durch die Peristaltik vorwärts zu bewegen. In der Stressphase Funktionssteigerung, häufiger Stuhldrang, Bildung eines Leiomyoms möglich.