Muskelfaszien
Anatomie
Faszien sind bindegewebige Strukturen, die Muskeln, Muskelgruppen, Blutgefäße und Nerven umschließen und zuammenfassen, während sie den einzelnen Bündeln erlauben, aneinander vorbei zu gleiten. Ausser Muskelfaszien gibt es oberflächliche Faszien bestehend aus Anteilen der Dermis und Unterhaut, und Organ-viszerale-)Faszien.
So wie Bänder, Aponeurosen (Faserplatten) und Sehnen, bestehen Muskelfaszien aus festem Bindegewebe mit dichtgepackten Bündeln von Kollagenfasern, die in Wellenmustern parallel zur Zugrichtung angeordnet sind. Sie sind daher flexible Strukturen, die große Zugkräfte aus einer Richtung aushalten können, bis das Wellenmuster ausgestreckt ist. Diese Kollagenfasern werden von den Fibroblasten innerhalb der Faszie geschaffen.
Faszien enthalten darüber hinaus verschiedene sensorische Rezeptoren und glatte Muskelzellen (Myofibroblasten), die als Antwort auf die sensorischen Reize Kontraktion oder Entspannung ermöglichen. Die Faszienspannung wird durch das autonome Nervensystem gesteuert.
Die Funktionen der Faszien sind:
- Formgebung der Muskeln
- mechanische Spannungsübertragung im Körper
- Reibungsverminderung zwischen Muskeln und angrenzenden Strukturen
- Speichern und Wiedergabe von Dehnungsenergie
- Interkommunikation und Koordination von Muskelgruppen
Das Faszien- Reaktionsmuster entspricht dem Althirn, und erklärt damit die muskuläre Anspannung in aktuellen oder erinnerten Stressituationen, die unwillkürliche Anspannung über verletzten Organen, und anhaltendes Muskelzittern zB zur Erwärmung.Bild: BLV Buchverlag, “Faszien-Training – jünger, schöner & beweglicher”
Gehirn
Relais:
1. Kleinhirn (+/-) für Bindegewebe
2. Mittelhirn (+/-) für glatte Muskelzellen
vgl Stammhirn
3. Großhirnrinde (-/+) postsensorisches Rindenfeld, für Sensorik
Psyche
Biologisches Thema:
Schutz, Vermittlung, Kraftverteilung, Vorsicht
Nach Seitendominanz und Körperbereich:
Für spezielle Assoziationen entsprechend der Lokalität siehe “Stützapparat – Übersicht“!
Gefühle, Gedanken:
Unsicherheit, Vorsicht
- Das lässt mich nicht los, ich muss vorsichtiger sein!
- Wie kann ich mich sicher bewegen?
- Ich muss das/diese Bewegung verhindern.
- Ich muss stärker werden!
META-Bedeutung:
- Nun kann ich mich wieder öffnen und mein ganzes Potenzial nutzen.
- Nun bewege ich mich elegant und frei!
Organ
Stressphase:
Anspannung der Muskelfasern und Vermehrung der kollagenen Fasern, Verhindern von gewissen Bewegungen, manchmal Zittern.
Es kommt zu Hartspann/”Verspannungen” (Schutzfunktion durch Muskelverdickung), welche Schmerzen verursachen können (z B Spannungskopfschmerz), wenn dadurch sensibel versorgte Strukturen irritiert/gedrückt werden.
Zur “Frozen Shoulder” (Gewebsverstärkung um das Schultergelenk), oder der Dupuytren-Kontraktur (Verdickung der Fingerbeuger) kommt es in anhaltendem oder wiederholtem Stress.
Anhaltende Spannung der Faszie erwirkt Stau des Lymphtransports und Verklebung durch austretendes Fibrinogen (Gerinnungsfaktor), dadurch weitere Verhärtung und Ablagerungen (Myogelosen) im Muskelgewebe.
Regenerationsphase:
Spontane Entspannung kann durch Stressauflösung herbeigeführt werden, gefolgt von der Mobilisierung der betroffenen Struktur (Muskelgruppe, Gelenk). Anpassungen, die sich über längere Zeit eingeprägt haben, sind beständiger, aber können sich graduell mit Training und neuen Gewohnheiten verändern.
Heilkrise:
Muskelzittern
Biologischer Sinn:
Vermehrter Schutz in der Stressphase durch Tonuserhöhung der glatten Muskelzellen.
Speicherung und Vermittlung sensorischer und motorischer Information.
Sozial
Bespiele:
- Muskelerstarren in Gefahr
- Verspannung der Nacken- und Schultermuskeln in kaltem und windigen Wetter, oder bei Bedrohung von hinten
- Zittern und Abschütteln von Stress nach einem Schreck oder Konfliktlösung (Heilkrise)
Zusätzliche Information:
Faszien enthalten Anteile von sowohl Althirn- als auch Neuhirngewebe mit verschiedenen Reaktionsweisen. Die speziellen Reaktionsweisen müssen noch näher beobachtet und untersucht werden.
Ob nekrotisierende Faszitis als ein Symptom der Regenerationsphase oder als Reaktion auf toxische Bakterien (am falschen Ort) betrachtet werden soll, muss noch untersucht werden.
Fibromyalgie sowie rheumatische Polymyalgie sind Symptome des “Muskelgedächtnisses”: der sensorischen Funktion der Faszien, um vor ähnlichen Gefahrensituationen zu schützen.
Differentialdiagnose:
motorische Innervation (GHR -/+) Stress (Bewegungshemmung): Schwächung und Lähmung des Bewegungsimpulses; Regeneration: wiederkehrende Funktion; Heilkrise: Muskelkrampf
Skelettmuskulatur (GHML -/+) Stress (Selbstbewertung): Dystrophie, Atrophie, Nekrose; Regeneration: Entzündung, Schmerz, schließlich Zuwachs an Stärke und Masse
lockeres Bindegewebe, Fettgewebe (GHML -/+) Stress (Ressourcenlosigkeit): Degeneration, Abbau; Regeneration: Auffüllung, Cellulite