Haar
Anatomie
Haar besteht aus Keratin, einem zähen Protein. Jedes Haar ist in der Haut durch einen Haarbalg verwurzelt, einer Einstülpung der Epidermis. An der Basis dieser Wurzel, der Haarpapille, entsteht das Haarwachstum durch produktive Epithelzellen mit Beteiligung von pigmentbildenden Melanozyten. Die Ernährung geschieht durch Blutgefäße im Haarbalg, die auch Hormone zur Einstellung von Haarwachstum und -struktur befördern. In die Wurzel hinein mündet eine Talgdrüse, wohingegen die äußere Wurzelschicht als Anknüpfungspunkt der glatten Arrector Pili (Haaraufrichter)-Muskeln dient, und von sensiblen Nervenfasern umwunden ist, die Tastsinn vermitteln.
Haarwachstum geschieht in 3-phasigen Zyklen:
- In der anagenen Phase wächst das Haar kontinuierlich. Sie dauert für jedes Haar mehrere Jahre an.
- In der katagenen (Übergangs-) Phase verlangsamt sich das Wachstum, und der Haarbalg schrumpft für einige Wochen.
- In der telogenen (Ruhe-) Phase stoppt das Wachstum und das alte Haar löst sich vom Haarbalg. Ein neues Haar beginnt zu wachsen und schiebt das alte Haar heraus.
Haare schützen vor UV- und Wärmestrahlung, vor Feuchtigkeit, Austrocknung und Auskühlung. Sie helfen, Duftstoffe (Pheromone) zu verbreiten, und Berührung wahrzunehmen.
Volles Haar ist ein Merkmal sexueller Attraktivität. Haarlosigkeit, Tonsur oder Glatzköpfigkeit werden oft als Merkmal der Weisheit und Spiritualität aufgefasst.
Gehirn
Relais:
Großhirnrinde ( – / + ) sensorisches Rindenfeld
Psyche
Biologisches Thema:
Kontakt, Distanz
Assoziiert: Kontaktverlust
Assoziation zu Lokalität und Seitendominanz:
Gefühle, Gedanken:
Sehnsucht oder Abwehr
- Wie ich ihr Streicheln vermisse!
- Er hat mich immer dort berührt.
- Ich mag das nicht auf meinem Kopf fühlen!
- Ich möchte ihm näher sein.
META-Bedeutung:
Meine eigene Vorstellung bestimmt, wie ich das empfinde. Mein Kopf fühlt sich geliebt und beschützt.
Organ
Stressphase:
Verminderte Trophik, trockene Kopfhaut, Schuppen, Verlust von Haarpapillen. Zunehmender Haarausfall (Alopecia), entweder teilweise oder generell.
Weitere Gründe für Haarausfall können hormonell, Übersäuerung oder Vergiftung sein.
Auch verminderte Melaninproduktion (Ergrauen), verminderte Sensibilität und Gedächtnisverlust sind Symptome der Stressphase.
Regenerationsphase:
Zu Beginn der Regenerationsphase kann starker, büschelweiser Haarausfall stattfinden. Später kommt es zu geröteter, sensibler, möglicherweise juckender Kopfhaut und wiederkehrendem Haarwachstum.
Biologischer Sinn:
Wie Epidermis: die verminderte Sensibilität verringert die Dramatik des Kontakts oder Kontaktverlustes. Auffällige Haarlosigkeit vermittelt auch eine soziale Sonderstellung.
Sozial
Beispiele
- Die Klientin bekommt dünneres Haar und Haarausfall, nachdem ihr erwachsener Sohn ausgezogen ist, der sie gern im Haaransatz berührte. Nach Loslassen des Sohnes und Finden von neuen Zielen wächst das Haar nach. (Klapp)
- Die Klientin klagt über wiederkehrenden Haarausfall, nachdem sie ihn mit Meditation und Affirmationen schon verbessert hatte. Sie findet Zwiespalt in der inneren Bindung zu ihrem Bruder, der ihr Kindheitsheld war, aber sich dann von der Familie abwandte. Sie kann ihm nicht verzeihen. (Klapp)
- Mädchen verliert Haar, seit der Vater nach der Scheidung wegzog.
- Mann, der seine Familie verliert, ergraut frühzeitig. Nach Lebensumstellung produzieren die Haare wieder mehr Pigment.
Zusätzliche Information
Haar scheint Feingefühl über den unmittebaren Kontakt hinaus zu vermitteln und die Sensorik zu stärken, so wie Antennen. Jede Haarwurzel enthält einen Nerv.
Differentialdiagnose:
Haut – Dermis(KH +/-): in der Stressphase (Verletzlichkeit) verstärkte Funktion der Schweiss- und Talgproduktion, fettiges Haar. Regenerationsphase möglicherweise eitriger Abbau mit Pilz und Mykobakterien. Diagnose z B Tinea Capitis „Scherpilzflechte“.
Haarausfall kann auch durch Chemo- oder Strahlentherapie, oder durch Eisenmangel begründet sein.
Haut, Haare und ihre Ernährung werden stark durch das Hormonsystem beeinflusst.